Dialogforum Online: Integrationsarbeit während der Corona-Pandemie

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Beim Online-Dialogforum des Kommunalen Integrationszentrums (KI) der Stadt Duisburg mit Migrantenvereinen und Ehrenamtlichen stand die Vereinsarbeit unter Corona-Bedingungen im Fokus. 

Einmal jährlich lädt das KI Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenorganisationen und Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit zum fachlichen Austausch ein. Aufgrund der aktuellen Situation – dieses Mal online. Verteilt auf drei Treffen vom 1. bis zum 3. Dezember berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Arbeit. Moderiert wurden die Treffen abwechselnd von Ulrike Färber, stellvertretende Leiterin des KI, und den beiden Mitarbeitern Cem Organ und Pattrick Phlipsen.

Vereinsarbeit lebt vom persönlichen Kontakt, von regelmäßigen Zusammenkünften und gemeinsamen Aktivitäten. Daher sind die Kontaktbeschränkungen und -verbote angesichts der Coronasituation für die Organisationen  recht dramatisch. Größere Versammlungen können nicht stattfinden und laufende Projekte können nicht in gewohnter Form fortgeführt werden. Das stellt Anforderungen an die Flexibilität und Kreativität der in den Organisationen Aktiven.

Wie in vielen anderen Bereichen auch, nutzten die Vereine anfangs die Zeit für Arbeiten, die liegengeblieben waren – wie z.B. aufräumen und renovieren. Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr fertigten zahlreiche Vereine Schutzmasken an und spendeten sie. Viele Migrantenvereine boten Bedürftigen ihre Hilfe an bei Botengängen und Einkäufen. Und seit dem Herbst 2020 haben Online-Meetings und -konferenzen Eingang gefunden in die Arbeit der Akteure.  Mikail Gülcü vom Hamborner Verein Rhenania, der mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, berichtet: “Wir haben den Kindern Spielanleitungen geschickt und Videos und über whatsapp Kontakt zu ihnen gehalten. Die Angebote mussten wir begrenzen und natürlich auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in unserem Jugendzentrum. Viele Kinder haben vor der Tür gewartet.”

Können Projektauflagen erfüllt werden?
Von tiefen Einschnitten in der Arbeit wissen auch Ali Yasar von der Alevitischen Gemeinde in Rheinhausen zu berichten und Gabriele Mariel Pauls-Reize vom Verein “Young Supporters”.  So haben sich die Aktivitäten der alevitischen Jugend auf eine whatsapp-Gruppe reduziert. Pauls-Reize, Projektleiterin der Initiative “Conamie”, die traumatisierte und verletzte Kriegsflüchtlinge betreut und berät, macht sich Sorgen, wie Projektauflagen angesichts der Corona-Situation eingehalten werden können.

Pattrick Phlipsen, Mitarbeiter im KI und Ansprechpartner für Ehrenamtliche und Vereine im Bereich Flucht, Asyl und Neuzugewanderte weist darauf hin, dass Projektauflagen wie beispielweise im Programm KOMM-AN auch Ausnahmen vorsehen. “Wenn die coronabedingte Situation keine Ausnahme ist, welche sollte es sonst sein?, so Phlipsen.

Auch wenn die Vereinsarbeit in den vergangenen neun Monaten tiefe Einschnitte erfahren hat, untätig sind die Vereine nicht geblieben. Davon zeugen die Erfahrungen ihrer Vertreterinnen und Vertreter. Und manche überlegen in dieser Zeit der Einschränkungen auch bereits, wie es weitergehen soll – nach Corona. So hat Rhenania in Kooperation mit ARIC NRW den Bau einer Begegnungstätte auf ihrem Sportgelände auf den Weg gebracht.

Foto: Tony Hegewald / Pixelio.de

Aynur Koç
8. Dezember 2020
 

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