“Vom Lehren zum Leiten” – Modellprojekt an Duisburger Grundschulen

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Das einjährige Fortbildungsprojekt zur Gewinnung von Schulleiterinnen fand jetzt seinen Abschluss mit der Übergabe der Zertifikate im Duisburger Rathaus.

Foto: Teilnehmerinnen des Projekts mit Mathias Richter, Staatssekretär im Schulministerium NRW, dem Duisburger Dezernenten Thomas Krützberg und dem Geschäftsführer der Wübben Stiftung Markus Warnke

Für die Schulen in Nordrhein-Westfalen ist es vielfach eine große Herausforderung, freie Schulleitungsstellen zügig nachzubesetzen. Das betrifft vor allem die Grundschulen. Zur gezielten Nachwuchsgewinnung von Schulleitungen haben sich das nordrhein-westfälische Schulministerium, die Stadt Duisburg und die Wübben Stiftung deshalb erstmals im Rahmen einer Kooperation gemeinsam auf den Weg gemacht.

Das daraus resultierende Modellvorhaben „Vom Lehren zum Leiten“ startete im Februar 2018 und fand am 3. April im Duisburger Rathaus seinen feierlichen Abschluss. Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung, Thomas Krützberg, Beigeordneter der Stadt Duisburg und Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung sprachen allen Projektbeteiligten ihren Dank aus und überreichten den 28 Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmern abschließend ein Zertifikat.

Das Projekt zielt darauf ab, mittelfristig mehr vakante Leitungsstellen zu besetzen. Dazu gehört es auch, Lehrkräfte systematisch für die Führungsaufgabe zu begeistern und bei dem Klärungsprozess zu unterstützen, ob die Übernahme von Leitungsaufgaben für sie eine berufliche Perspektive sein könnte. Dass diese Unterstützung gelungen ist, zeigen die Zahlen der Evaluation. So können sich jetzt nach Projektende die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorstellen, perspektivisch eine Leitungsfunktion (Leitung und Stellvertretung) in einer Grundschule zu übernehmen. Einige haben sich bereits dafür beworben. 80 Prozent geben an, dass sie für sich mehr Klarheit über den weiteren beruflichen Weg gewonnen haben – sowohl für als auch gegen die Übernahme eines Leitungsamtes. Eine Projektempfehlung würden sogar alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aussprechen.

Modellprojekt wird nach erfolgreichem Abschluss landesweit ausgeweitet
Staatssekretär Mathias Richter erklärt auf der Abschlussveranstaltung: „Das Konzept und das Ergebnis des Pilotprojekts sind überzeugend. Der Abschluss des Modellprojekts wird deshalb kein Ende, sondern ein Übergang sein. Wir werden das Angebot ausweiten und zukünftig landesweit anbieten. ‚Vom Lehren zum Leiten‘ fügt sich gut in die Angebote der staatlichen Lehrerfortbildung ein. Unser Ziel ist, mehr Lehrerinnen und Lehrer für die Übernahme eines Leitungsamtes zu gewinnen. Denn auf die Schulleitungen kommt es an. Sie sind ein wichtiger Motor für die Schul- und Unterrichtsentwicklung.“
Thomas Krützberg erläutert aus städtischer Sicht: „Ich freue mich sehr, dass wir die Möglichkeit hatten, dieses Pilotprojekt in Duisburg auszuprobieren. Es hat bereits jetzt einiges bewegt. Wir sind zu einem guten Zeitpunkt gestartet, da sich parallel auch die Rahmenbedingungen für Schulleitungen positiv verändert haben. So profitieren unsere Schulen und damit ja auch die Schülerinnen und Schüler von den Impulsen aus dem Modellvorhaben.“ Die aktuellen Zahlen belegen dies: Von ursprünglich 12 unbesetzten Schulleiterstellen sind noch 5 unbesetzt. Von ursprünglich 25 unbesetzten Konrektorenstellen sind aktuell noch 15 unbesetzt.

„Vom Lehren zum Leiten“ – Fortbildung mit Praxisbezug
Während der rund einjährigen Projektlaufzeit konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Fortbildungen zu Handlungsfeldern der Schulleitung der Bezirksregierung Düsseldorf teilnehmen. Ein zentrales Element beim Nachwuchsprojekt war der Praxisbezug: So konnten die Lehrkräfte beim „Leitungsshadowing“ Duisburger Schulleitungen bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter schauen oder sich im Projektmanagement erproben, indem sie eigenverantwortlich ein Entwicklungsprojekt an ihrer eigenen Schule umsetzten. Während des Projektverlaufs wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen von systemischen Coaches in ihrem Entscheidungs- und Reflexionsprozess begleitet. In den geleiteten Kleingruppen konnten sie sich über ihre Erfahrungen austauschen und das Format „Coaching“ kennenlernen.

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