Gastprofessor Christian Wulff: “Vielfalt ist ein Grundprinzip der Demokratie”

SOG_Wulff075_neu

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff sprach gestern (12. Dezember) in einer öffentlichen Vorlesung an der Universität Duisburg-Essen über “Kulturelle Vielfalt als Herausforderung für die Demokratie”.

Foto(c): Uni Duisburg-Essen / NRW School of Governance
Der Bundespräsident a.D., hat im Wintersemester 2016/17 die Gastprofessur für Politikmanagement der Stiftung Mercator an der NRW School of Governance inne.
Im ausgebuchten Hörsaal am neuen Duisburger Hörsaalzentrum verfolgten die – überwiegend studentischen – Zuhörerinnen und Zuhörer aufmerksam die Ausführungen des Altpräsidenten.
In seinem rund einstündigen Vortrag skizzierte Christian Wulff zunächst die Erscheinungen von Populismus und Nationalismus in Europa und den USA. Er fokussierte seine Rede auf die Gefährdung der pluralistischen Demokratie und mahnte dazu, den Wert von Pluralismus und Demokratie zu schätzen und sie zu verteidigen. “Vielfalt gehört als ein Grundprinzip unabdingbar zu einer demokratischen Gesellschaft. Mit zunehmender Vielfalt müssen wir auch viel mehr auf die formale Gleichheit achten. Und wir müssen Bewährtes bewahren und Neues entwickeln”, so Christian Wulff.
Trotz unbestreitbar vorhandener Probleme gelinge das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in Deutschland gut.

Mit seinem einerseits viel beachteten, doch andererseits auch vehement kritisierten Satz, der Islam gehöre zu Deutschland, habe Wulff die Gegenwart – so wie sie ist – abbilden und identitätsstiftend wirken wollen. Wulff hatte am 3. Oktober 2010 während seiner Ansprache zum Tag der Deutschen Einheit diesen Satz geprägt. Zur Zeit der Sarrazin-Debatte sollte sein Bekenntnis zu Pluralität einen “Gegenentwurf” darstellen. Der ehemalige Bundespräsident kam in seiner gestrigen Rede nicht umhin, auch daran zu erinnern.

“Offenheit” und “Haltung” waren gestern vielfach von ihm zitierte Begriffe für die politische Kultur in einer Demokratie, die “das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Tun und Steuerung der Politik” brauche. “Law and order” und “kulturelle Vielfalt” seien dabei kein Widerspruch.
Eindringlich appellierte der Altpräsident gegen Ende seines Vortrags: Die “multireligiöse, multiethnische und multikulturelle Gesellschaft muss hier funktionieren”.

Aynur Koc

Suchen

Interkulturkalender

< Mai 2017 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31        

Viele Kulturen, viele Feste: Folgen Sie den hellgrünen Tagen und erfahren Sie, wann Religionen und Kulturen ihre Feiertage haben.

Demnächst in DU

DU im Bild!

Letzte Kommentare