Selbstgemachte Probleme

1. Fortbildung 15.11.2008 des Projektbausteines Offene Altenhilf 040Es gibt viel Gesprächsbedarf, das wird schnell deutlich. Aus den Anwesenden platzen die Sorgen nur so heraus. Während Irene Stabel von der iberoamerikanischen Gemeinschaft darüber klagt, als Minderheit nicht wahrgenommen zu werden („Weil wir integriert sind“), hat Yılmaz Gümüş von der Islamischen Gemeinde mit dem Gegenteil zu kämpfen: in aller Munde zu sein – und zwar negativ. „Wir werden negativ wahrgenommen“, sagt Gümüş, „wegen unseres islamischen Hintergrundes und weil dieser nicht wie bei den Ditib-Gemeinden staatlich abgesichert ist.“ Es sei schwierig, mit dieser mangelnden Vertrauensbasis Kontakte zu knüpfen. Haluk Piriçek von der Yıldırım-Beyazıt- Moschee führt weitere, interne Schwierigkeiten auf. „Die Älteren in unserer Gemeinde wollen eher in Ruhe gelassen werden“, sagt er, „die brauchen nur manchmal einen Wegweiser. Bei den Jüngeren geht es um Hausaufgaben, um Ausbildung, Sport und Gewaltprävention. Aber wir haben nicht genügend Ressourcen, wir können nicht allen etwas anbieten.“ Nurcan Tarakçı, die im Referat für Integration für die Kontakte zu den MSO zuständig ist, kennt deren Probleme allzugut. Und sie weiß inzwischen, dass es sehr unterschiedliche Strukturen gibt. „Manche sind so gut informiert“, sagt sie, „die können sogar mir noch was erklären. Bei anderen läuft es nicht so gut.“ Manchmal seien es auch selbstgemachte Probleme, wie zum Beispiel, dass besonders die älteren Männer, die in den Vorständen der Vereine sitzen, keine Kompetenzen abgeben wollten. Dabei könnte man vieles viel besser organisieren. „Ich habe eine Vision“, sagt Tarakçı, „wenn es sieben Vereine in einem Stadtteil gibt, dann könnte jeder ein Thema besetzen. Ich weiß, das ist noch sehr realitätsfern, aber ich träume davon.“

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